Gedenken an ein Vorbild

Kitzinger Karnevalsgesellschaft und Mitglieder des öffentlichen Lebens ehren Hans-Joachim Schumacher an dessen Grab.

KiKaG-Präsident Dr. Rainer Müller legt zusammen mit Vereinskollegen Blumen am Grab von Hans-Joachim Schumacher ab.

Er hat Kitzinger Geschichte geschrieben – und er ist der vierte Ehrenbürger der Stadt nach 1945. Am 4. Februar 2026 wäre Hans-Joachim Schumacher 100 Jahre alt geworden. An diesem Tag versammelten sich an dessen Grabstätte auf dem Alten Friedhof rund 50 Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben und Mitglieder der Kitzinger Karnevalsgesellschaft. Für die KiKaG wirkte der gebürtige Rheinländer Schumacher mehr als 30 Jahre lang als Präsident.

1952 fungierte er als Mitbegründer der Kitzinger Karnevalsgesellschaft (KiKAG), die er bis 1985 anführte. Bis zuletzt war er dort auch Ehrenpräsident. Im Bund Deutscher Karneval trat Schumacher als aktives Vorstandsmitglied in Erscheinung, daneben war er lange Zeit Leiter des Deutschen Fastnachtmuseums in Kitzingen. Als Vorbild bezeichnete ihn OB Stefan Güntner, als Menschen, der die Stadt bis heute prägt. Das Deutsche Fastnachtsmuseum und die Akademie seien ohne den Lehrer und späteren Abteilungsleiter für das Schul- und Bildungswesen bei der Regierung von Unterfranken undenkbar. Zwei Institutionen, die sich zu wichtigen Bausteinen für die Kitzinger Innenstadt entwickelt haben.

Horst Podschun erinnerte im Namen der KiKaG an die unermüdliche Energie Schumachers. „Du warst Präsident, Sitzungspräsident, später Ehrenpräsident – aber vor allem warst du der Motor der KiKaG und der fränkischen Fasnacht“, sagte er. Schumacher hat nicht nur die KiKaG 1952 gegründet, sondern war Jahre später auch Sitzungspräsident bei „Fastnacht in Franken.“ Tobias Brand vom Fastnacht-Verband Franken erinnerte an legendäre Büttenreden, die in dieser Zeit entstanden sind. „Er hat die Kultsendung entscheidend mitgeprägt“, betonte er. Noch dazu hat Hans-Joachim Schumacher die Geschichte des fränkischen Karnevals in vielen Büchern festgehalten.

Am 4. Oktober 2002 erhielt er die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kitzingen, das Bundesverdienstkreuz erster Klasse wurde ihm bereits 1977 überreicht. Am 31. Oktober 2017 ist der gebürtige Kölner gestorben und auf dem Alten Friedhof Kitzingen beerdigt worden.Und wenn es da oben, im Himmel, eine Sitzung gibt, dann bist du sicher nicht stiller Zuhörer“, meinte Horst Podschun mit einem Lächeln. „Sondern hast längst das Wort ergriffen“.