Deutschlandweite Premiere im Innopark

Zwei Tage lang sind Spitzensportler zu Gast in Kitzingen. Ihr Ziel lautet: Junge Menschen fördern

Sich auf den anderen verlassen und bedingungslos füreinander da sein: Das lernten die Kinder unter anderem beim "blinden Minigolf."

Ex-Basketballprofi Alex King ist einer von vielen bekannten Sportlern. die sich in der Peak Performer Stiftung engagieren.

Lars und Sven Bender, Matthias Steiner, Alex King, Kreso Loncar und viele mehr: Die Liste der prominenten Sportler ist lang. Sie haben im Fußball, Basketball oder Gewichtheben Karriere gemacht – und dabei die gleiche Erfahrung gemacht: Talent ist wichtig, aber nicht entscheidend. „Wichtiger ist die Haltung“, sagt Christopher Spall, Geschäftsführer der „Peak-Performer-Stiftung“, einer Vereinigung von 30 ehemaligen Spitzensportlern und aktiven Unternehmern aus dem deutschsprachigen Raum. Vor vier Jahren haben sie die Initiative gegründet, vor einem Jahr eine Stiftung ins Leben gerufen. „Wir alle wollen in unserem Leben etwas bewegen“, erklärt Spall die Gemeinsamkeit. Die gesammelten Erfahrungen sollen an junge Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz weitergeben werden.

Das erste „Peak Performer Kids Camp“ findet vom 14. bis 15. Juni in Kitzingen statt. Als Gastgeber fungierte Jochen Freier, Inhaber der itWheels-Arena im Innopark, erfolgreicher Geschäftsmann und Gründungsmitglied der Stiftung. „Wir allen lernen durch Vorbilder“, betonte Freier – und an Vorbildern mangelte es an den beiden Tagen in Kitzingen keineswegs.

Die Schirmherrin der Stiftung, Ex-Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner überbrachte eine Videobotschaft und wünschte den 50 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 14 Jahren zwei erlebnisreiche Tage. „Es geht hier nicht darum, Olympiasieger zu züchten“, betonte Neuner. Vielmehr sollen die jungen Teilnehmer die Freude verspüren, aus eigener Kraft etwas zu leisten und Vertrauen in sich selbst gewinnen.

In diesem Sinne übten die Kinder mit den Profis an verschiedenen Stationen und lernten spielerisch, sich füreinander einzusetzen, aus eigenen Fehlern zu lernen und an ihre Grenzen zu gehen. Im Vorfeld konnten sich die Kinder in selbst gedrehten Kurzvideos oder selbst verfassten Texten für die Teilnahme am Camp bewerben. „Darin bestand schon der erste Lerneffekt“, meinte Christopher Spall. Wer dabei sein wollte, musste sich selbst und seine Motivation darstellen. Am Ende trafen deutlich mehr als 50 Bewerbungen bei der Stiftung ein. Bei der Auswahl schauten Spall und seine Mitstreiter nicht nur auf die Art der Präsentation, sondern berücksichtigten auch soziale Aspekte. Kinder aus allen Gesellschaftsschichten sollten am Camp teilnehmen dürfen, auch drei Flüchtlingskinder aus der Ukraine waren mit dabei.

Rund 20 000 Euro hat die Stiftung laut Christopher Spall in die Verwirklichung ihres ersten Kids-Camps gesteckt – und das, obwohl alle Teilnehmer ehrenamtlich teilnehmen. Finanziert wird die Stiftung durch Spenden. Weitere Camps sind bereits in Planung. Im Juli ist das nächste Event in der oberbayerischen Heimat der Bender-Zwillinge geplant, ein Handwerker-Workshop soll im Herbst in Niederbayern stattfinden. Eventuell wird es in diesem Jahr noch ein Wintersport-Camp geben. „Kitzingen wird uns immer als Premierenort in Erinnerung bleiben“, meinte Christopher Spall und war angesichts der Sportstätten begeistert. „Die Bedingungen hier sind einfach ideal.“