Ein guter Tag für Kitzingen

Der 23. Juni 2022 hat das Potenzial, als richtungsweisender Tag in die jüngere Geschichte der Stadt einzugehen. Am Vormittag wurde der letzte Abschnitt der Generalsanierung des Mainkais eingeweiht. Vom Feuerwehrhaus bis zum Bootshaus können Einheimische und Gäste nun auf einem attraktiven Weg am Mainufer flanieren. Am Abend brachte der Stadtrat zwei zukunftsweisende Projekte auf den Weg.

Bahnhofsumfeld: Der Vorentwurf wurde mit 25:2 Stimmen im Stadtrat genehmigt. Das gesamte Umfeld soll neugestaltet werden, das entsprechende Vergabeverfahren wird auf den Weg gebracht. Vorgesehen ist ein zentraler Omnibusbahnhof auf dem jetzigen Schotterparkplatz, in der Nähe des Bahnhofgebäudes entstehen rund 120 überdachte und abschließbare Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und eine WC-Anlage. Der Bahnhofsvorplatz wird umgestaltet, eine Zone zum kurzfristigen Parken und Entladen eingerichtet. Ein kleiner Kreisverkehr ermöglicht eine zügige und sichere Zu- und Abfahrt. Im südlichen Bereich werden die bisherigen Schrebergärten in Parkflächen und Grünflächen umgewandelt. Die Verkehrsführung sieht eine Einbahnstraßenregelung im Amalienweg Richtung Innere Sulzfelder Straße vor.  

Die gesamte Erneuerung des Vorplatzes kostet, inclusive des Zentralen Omnibus-Bahnhofes, auf dessen Dachfläche Photovoltaik-Anlagen installiert werden sollen, nach aktuellem Stand 13,7 Millionen Euro. Die Förderquote beläuft sich voraussichtlich auf 50 bis 60 Prozent. Das Bauvorhaben soll voraussichtlich Anfang 2024 gestartet werden. Vertreter fast aller Fraktionen im Stadtrat lobten die vorgelegte Planung. Hinsichtlich des Bahnhofgebäudes laufen derweil die Untersuchungen zum Bestand. Ergebnisse sollen dem Stadtrat noch vor der Sommerpause vorgestellt werden.

 

Neugestaltung Kaiserstraße/Königsplatz: Ohne Gegenstimme wurde das weitere Vorgehen in diesem zentralen Verfahren für die Zukunft der Kitzinger Innenstadt genehmigt. Der Bereich vom Fastnachtmuseum in der Luitpoldstraße über den Königsplatz und die gesamte Kaiserstraße bis hin zur Schrannenstraße soll dabei neu gedacht und überplant werden. Mit dem Bau der Nordtangente vor einigen Jahren verlor dieser Bereich seine überörtliche Bedeutung und Verkehrsbelastung. Er soll nun wieder den Kitzinger Bürgern „zurückgegeben“ werden. Von der Verkehrsführung über die Anzahl der Parkplätze, von der Gestaltung der Grünflächen bis hin zur möglichen Bewirtschaftung von Außenflächen sollen alle relevanten Themen in einen Realisierungs- und Ideenwettbewerb bearbeitet werden. Bis Ende dieses Jahres sollen 25 Architektur- und Planungsbüros, die von einer Jury ausgewählt werden, ihre Vorschläge und Pläne eingereicht haben. Ein Preisgericht wird seine Entscheidung dann bis zum 1. Februar 2023 treffen. Anschließend werden die Bürger in den Prozess eingebunden und können ihre Vorschläge für die Neugestaltung mit einbringen. Das Verfahren ähnelt dem Vorgehen für die Kleine Landesgartenschau im Jahr 2011. Der Stadtrat erhofft sich einen ähnlichen Schub für die Zukunft der Stadt.

 

Förderung von privaten Lastenrädern: Mit 14:9 Stimmen genehmigten die Räte einen Antrag, der die Anschaffung von Lastenrädern fördern will. 500 Euro sollen pro privatem Haushalt gewährt werden. Die maximale Anzahl geförderter Lastenräder pro Jahr beträgt 30 Stück.