Die Zukunft kann kommen

Mit zukunftsweisenden Themen beschäftigte sich der Stadtrat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause. Die nötigen Beschlüsse ergingen alle mit großer Mehrheit.

Autonome Busse wie dieser könnten schon 2025 in Kitzingen fahren. Bei einer Probefahrt im Schweinfurter ZF Werk waren Oliver Graumann, OB Stefan Güntner, Stadtrat Klaus Sanzenbacher und der Leiter des Tiefbauamtes, Hilmar Hein, dabei.

Autonome Busse in Kitzingen

Ein weiterer Schritt ist getan, um autonome Busse in der Großen Kreisstadt zu etablieren. Läuft alles nach Plan, könnte es im Jahr 2025 schon so weit sein. Im März dieses Jahres hatte die Stadt Kitzingen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Den ersten Zwischenbericht präsentierten Jochen Benz von der ZF Mobility Solutions GmbH sowie Stefan Kretzschmar von DB Regio Bus. Die wichtigsten bisherigen Erkenntnisse: Ein autonomes Shuttle mit Platz für 22 Passagiere könnte auf drei Strecken im Stadtgebiet eingesetzt werden. Allerdings nicht auf separaten Strecken, sondern im sogenannten Mischverkehr. Weniger Individualverkehr verspricht sich OB Stefan Güntner von dieser Maßnahme, weniger Umweltverschmutzung und einen attraktiveren ÖPNV. Die sechs Meter langen Busse verfügen über 40 Sensoren, mit denen sie Bewegungen in ihrer unmittelbaren Nähe wahrnehmen, der Sicherheitsaspekt werde laut Jochen Benz ganz großgeschrieben. In zehn Jahren Betrieb in Abu Dhabi habe es nur einen Unfall gegeben. Die möglichen Strecken in Kitzingen: Vom Gewerbegebiet ConneKT zum Bahnhof, von Hoheim durch die Stadt in die Marshall-Heights und vom Bahnhof zur Klinik Kitzinger Land. Die neue Generation der Busse, die gerade entwickelt wird, könnte auch die Steigung Richtung Innopark bewältigen. Die komplette Machbarkeitsstudie soll im Oktober vorgestellt werden, stimmt der Stadtrat den Plänen zu, könnten im Jahr 2025 autonome Busse durch Kitzingen fahren.

 

Energieautarkes Kitzingen

Die Licht-, Kraft- und Wasserwerke Kitzingen (LKW) verfolgen das Ziel, die Erneuerbaren Energien in der Gemarkung Kitzingen umfangreich auszubauen. Alle Kunden sollen mit Strom, der aus Wind- und Sonnenkraft erzeugt wird, beliefert werden können. Ein entsprechendes Konzept ist mit 27:1 Stimmen auf den Weg gebracht worden. Es umfasst unter anderem die Errichtung von Windrädern und einer größeren Photovoltaik-Anlage. Als Standort für die vier bis fünf Windräder kommt unter anderem ein Gebiet zwischen Golfplatz, Sulzfeld und A7 in Betracht. Die Photovoltaik-Anlage, die auf rund 20 Hektar etwa 20 Megawatt liefern soll, könnte in der Nähe des Flughafens oder in der Nähe von Sickershausen entstehen. Mit diesen Anlagen könnte der Strombedarf für Kitzingen vollständig gedeckt werden. Nicht nur für die Privatkunden, wie LKW-Geschäftsführer Marek Zelezny betonte, sondern auch für die Gewerbekunden und Firmen.

 

Stiftung unser Kitzingen

Dem Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer Bürgerstiftung stimmten 19 Stadträte zu, vier stimmten dagegen. Der Stiftungszweck ist – ganz bewusst- sehr breit gewählt worden. Von den Zuwendungen sollen kulturellen Einrichtungen genauso profitieren können wie (Sport-)Vereine, die Kinder- und Jugendhilfe oder Projekte im Natur- und Klimaschutz oder im Denkmalschutz. Jeder potenzielle Spender/Zuwender kann die Stiftung in seinem Sinne unterstützen. Über die Höhe einer ersten, städtischen Einlage, entscheidet der Stadtrat in einer kommenden Sitzung. Dann soll auch festgelegt werden, wer im Stiftungsrat über die Verteilung der Zuwendungen entscheidet.

 

Sozialberatung für Obdachlose

Die Obdachlosenfürsorge soll in den kommenden fünf Jahren in Kitzingen fortgesetzt werden. Mit 24:2 Stimmen genehmigten die Räte einen jährlichen Zuschuss von maximal 156 000 Euro für die entsprechende Sozialberatung. Zwei Vollzeitstellen sollen dafür unter dem Dach der Projektträger Caritas und Diakonie geschaffen werden. Im Vergleich zu den letzten Jahren sollen die Aufgaben in Richtung Prävention erweitert werden.

Kleingartenanlage „In der Leisten“

Die Nachfrage nach Kleingartenanlage in der Bevölkerung ist groß. Der Stadtrat genehmigte nun mit 26:1 Stimmen einen Aufstellungsbeschluss, der rund 40 bis 50 neue Parzellen im Bereich „in der Leisten“, also am Zusammenschluss von Steigweg und Johann-Adam-Kleinschroth-Straße schaffen soll. Die geplante Parzellengröße beträgt 200 bis 250 Quadratmeter. Angrenzend zu den Kleingärten soll ein öffentlicher Häckselplatz errichtet werden.