Verkehrsüberwachung der Stadt – erste Zwischenbilanz fällt positiv aus

Seit März gibt es die kommunale Verkehrsüberwachung in Kitzingen. Erste Erfolge haben sich bereits eingestellt. „An neuralgischen Punkten registrieren wir schon weniger Raser“, berichtet der Leiter des Kitzinger Ordnungsamtes, Frank Winterstein.

Seit März 2022 wird der fließende Verkehr im Kitzinger Stadtgebiet nicht nur von der Polizei überwacht.                                                        

Immer wieder hatten sich in den letzten Jahren Bürger an das Kitzinger Ordnungsamt gewendet und um deutlich mehr Kontrollen im Stadtgebiet gebeten. Gerade vor Kindergärten, Schulen oder in der Keltenstraße Richtung Klinik sollten mehr Kontrollen stattfinden, so der Wunsch aus der Bevölkerung. Der Stadtrat hatte dem Ansinnen schließlich stattgegeben, mit der NWS-Sicherheitssysteme GmbH beauftragte die Stadt ein erfahrenes Unternehmen bei der Unterstützung der Verkehrsüberwachung. In rund 130 bayerischen Kommunen ist das Unternehmen mit seinen fast 90 Mitarbeitern tätig. 25 Messanlagen kommen dabei zum Einsatz. Vom einfachen Lasermessgerät bis zum „Enforcement-Trailer“, einem schusssicheren und gepanzerten Kasten, der 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche im Einsatz sein kann. 

50 Messstellen wurden in Abstimmung mit der Polizei im Stadtgebiet mitsamt seinen Stadtteilen festgelegt. Fast jeder dieser Punkte ist mittlerweile mindestens einmal überwacht worden. Rund 12 000 Pkw wurden auf diese Art und Weise kontrolliert. Die Bilanz: Etwa zehn Prozent der Fahrer waren zu schnell unterwegs. Die Mehrzahl (59 Prozent) waren maximal zehn km/h zu schnell, ein Viertel zwischen elf und 15 km/h und immerhin 16 Prozent waren zwischen 16 und 60 km/h zu flott im Stadtgebiet unterwegs. „Das ist schon deutlich mehr als in vergleichbaren Städten“, sagt Raimund Steckermeier, Prokurist und Leiter Verkehrsüberwachung der NWS Sicherheitsservice GmbH. Gerade tagsüber seien überproportional viele Autofahrer in den Tempo-30-Zonen zu schnell unterwegs. An mangelnder Ortskenntnis dürfte es nicht liegen. Etwa zweidrittel von ihnen sind Einheimische. „Zumindest haben sie ein KT-Kennzeichen“, so Steckermeier.

Im Schnitt stehen die Blitzgeräte rund 40 Stunden pro Monat im Kitzinger Stadtgebiet. Das besteht, wie Frank Winterstein informiert, zu mehr als 70 Prozent aus Tempo-30-Zonen. Mit Tempo 80 ist bislang der schnellste Raser in einem 30er Bereich gemessen worden. Ihn erwartet ein Fahrverbot und eine saftige Geldstrafe.

Erst im letzten Jahr sind die Bußgelder in Deutschland erhöht worden. „Sie haben sich damit dem europäischen Durchschnitt angenähert“, informiert Steckermeier. Wer bis zehn Stundenkilometer zu schnell fährt, ist mit 30 Euro dabei, wer 21 km/h zu schnell fährt, muss 115 Euro berappen und bekommt einen Punkt in Flensburg. „Die Erziehung der Verkehrsteilnehmer funktioniert anscheinend nur über den Geldbeutel“, fasst Steckermeier seine Erfahrungen zusammen.

In anderen Kommunen habe sich gezeigt, dass es mehrere Jahre dauert, bis sich die wiederholten Kontrollen im Verhalten der Autofahrer nachhaltig bemerkbar machen. „Erst nach zwei bis drei Jahren häufiger Kontrollen reduziert sich die Zahl der Verstöße erfahrungsgemäß um rund die Hälfte“, erklärt Steckermeier. Nach ein paar Wochen ohne Kontrollen habe sich das alte Muster allerdings schnell wiedereingestellt.

„Wir möchten die Zusammenarbeit mit der NWS gerne verlängern“, kündigt Frank Winterstein an. Ende des Jahres läuft der Vertrag vorerst aus. Im Herbst will Winterstein erneut einen Antrag im Stadtrat einbringen, um die Kontrollen dauerhaft einzuführen, damit sich die Sicherheit auf Kitzingens Straßen erhöht. „Die Stadt führt hier eine wichtige eine Präventionsmaßnahme durch“, betont Steckermeier.