Aus dem Stadtrat vom 20.10.2022

Wie geht es mit dem Einzelhandel in Kitzingen weiter und wie kann die Innenstadt profiliert und belebt werden? Diese Fragen standen im Zentrum der Stadtratssitzung vom 20. Oktober. Für die Bürger wurden aber auch zwei interessante Förderprogramme beschlossen.

Zuschüsse  (Jeweils einstimmig)

Der Stadtrat hat dem Förderprogramm regenerativer Energiequellen zustimmt. Die Richtlinie tritt zum 1. November in Kraft. Ab diesem Datum kann bei der Stadt Kitzingen ein Förderantrag eingereicht werden. Die Richtlinie sowie die Antragsunterlagen werden auf der Homepage der Stadt Kitzingen bereitgestellt. Die Stadt Kitzingen unterstützt die Nutzung von regenerativen Energiequellen mit 10 Prozent der Netto-Gesamtbaukosten pro Gebäude, maximal 2.500 Euro. Hierfür werden jährlich 50.000 Euro bereitgestellt.  

Weitere Informationen zu dem Verfahren gibt es unter Tel. 09321/20-2004 oder Email: haushalt(at)stadt-kitzingen.de

Außerdem hat der Stadtrat dem Förderprogramm von Lastenrädern zustimmt. Die Richtlinie tritt ebenfalls zum 1. November in Kraft. Die Richtlinie sowie die Antragsunterlagen für einen Förderantrag werden auf der Homepage der Stadt Kitzingen bereitgestellt. Die Stadt Kitzingen fördert die Anschaffung eines Lastenfahrrades mit maximal 25 Prozent der Netto-Gesamtkosten. Die maximale Förderhöhe beträgt 500 Euro pro Lastenfahrrad. Hierfür werden jährlich 15.000 Euro (max. 30 Lastenfahrräder) bereitgestellt.

Weitere Informationen zu dem Verfahren gibt es unter Tel. 09321/20-2006 oder Email: haushalt(at)stadt-kitzingen.de

 

Rat für Integration und Zuwanderung (19:7)

Aus dem bisherigen Integrationsbeirat wird ein Rat für Integration und Zuwanderung. Das Ziel: Menschen mit Migrationshintergrund sollen dort eine stärkere Stimme als bislang bekommen und die Möglichkeit erhalten, sich selbstverantwortlich zu organisieren.

 

Zuschuss für Kindergarten (Einstimmig)

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Sickershausen erhält einen Zuschuss in Höhe von rund 42000 Euro für die Anschaffung von neuen Außenspielgeräten.

 

Satzungsänderung (23:2)

Immer wieder werden die Kosten für die Schulverpflegung in der Mensa der Grund- und Mittelschule Siedlung von Erziehungsberechtigten nicht beglichen. Bislang sah die Satzung der Stadt Kitzingen vor, dass die Kinder bei mehreren erfolglosen Mahnungen im laufenden Schuljahr abgemeldet werden können. Dank der Satzungsänderung greift diese Regelung erst im folgenden Schuljahr. Der Gebührenschuldner wird von der Stadt Kitzingen vorab schriftlich über den geplanten Ausschluss von der Schulverpflegung und dem gebundenen Ganztag informiert.

 

Einzelhandelsentwicklungskonzept

Der Einzelhandel steht unter massivem Druck. Nicht nur in Kitzingen. In allen deutschen Städten lässt sich dieses Phänomen beobachten. Wie bestehende Geschäfte geschützt und neue angelockt werden können, erklärte Andreas Schuder den Stadträten und stellte die wichtigsten Ergebnisse seines Einzelhandelsentwicklungskonzeptes für die Große Kreisstadt vor.

Die gute Nachricht: Quantitativ und qualitativ ist die Nahversorgung in Kitzingen gut, ein Zufluss an Kaufkraft ist in fast allen Branchen zu beobachten. Der Umsatz lag im letzten Jahr bei 209 Millionen Euro. Aber: Der zunehmende online-Handel macht auch den Kitzinger Geschäftsleuten zu schaffen. Die Zahl der Betriebe ist im Vergleich zum Jahr 2012 um beinahe ein Drittel gesunken und liegt aktuell bei 88. Der Rat von Stefan Schuder war denn auch eindeutig: „Nehmen Sie jeden Einzelhändler, den Sie bekommen können.“ Die einzige Frage laute: Wo soll sich der Betrieb ansiedeln?

Eine Stärkung der Oberen Kirchgasse wäre aus Sicht des Stadtplaners beispielsweise wünschenswert. So könnte eine attraktive Verbindung zwischen dem Marktplatz und dem Schwalbenhof, an dem sich gerade neue gastronomische Betriebe ansiedeln, geschaffen werden. Ein neuer Nahversorger mit einer Größe von 150 bis 200 Quadratmeter Verkaufsfläche im Innenstadtbereich ist aus Sicht Schuders umsetzbar. Bis auf Etwashausen seien die Stadtteile gut versorgt mit fußläufig erreichbaren Lebensmittelmärkten. Ein Nutzungsmix aus Nahversorgern, inhabergeführten Geschäften und Gastronomie sei wünschenswert für eine attraktive Innenstadt. Die Stadt könne durch bauleitplanerische Verfahren, wie sie gerade für den Bereich Kaiserstraße/Königsplatz angestoßen worden sind, einen wichtigen Beitrag für diesen Prozess leisten.