Autonomes Shuttle nimmt weiter Fahrt auf

Nach einer ausführlichen Diskussion hat der Stadtrat in Kitzingen mit knapper Mehrheit beschlossen, die Pläne für den Betrieb eines autonomen Bussystems weiterzuführen.

Eine Kitzinger Delegation probierte das Shuttle bei einer Testfahrt auf dem Gelände von ZF in Schweinfurt aus.

Die möglichen Strecken führen vom Stadtteil Hoheim bis in die Marshall-Heights und vom Bahnhof in das Gewerbegebiet ConneKT beziehungsweise zur Klinik Kitzinger Land.

In Zusammenarbeit mit dem Technologiekonzern ZF und dem Mobilitätsdienstleister DB Regio Bus plant die Stadt Kitzingen den Einsatz von sechs vollelektrifizierten autonomen Bus-Shuttles auf drei Strecken ab 2025 zunächst im Erprobungs-, ab 2027 dann im Serienbetrieb. Die Shuttles können dank eingebauter Kameras, Radar- und Lidar-Sensoren Daten in Echtzeit verarbeiten und sind ohne Fahrer oder Fahrzeugbegleiter unterwegs.  „In einer Sekunde können bis zu eine Billiarde Rechenschritte verarbeitet werden“, erklärte Jochen Benz, Leiter Vertrieb und Geschäftsentwicklung bei der ZF Mobility Solutions GmbH. Von einer Leitstelle aus werden die Shuttles, die Platz für 22 Personen bieten sollen, beaufsichtigt. „Die Sicherheit steht bei uns an allererster Stelle“, betonte Benz. 

Kitzingen ist eine der ersten Kommunen, die sich deutschlandweit mit der Thematik befasst und die Shuttles im realen Verkehr einsetzen will. „Das ist eine innovative Technik, die unseren Verkehr entlasten wird“, sagt Oberbürgermeister Stefan Güntner. Besonders für Ein- und Auspendler ist das System gedacht. Die Fahrtstrecken sollen die Gewerbegebiete mit dem Bahnhof verbinden. Alle 15 bis 30 Minuten soll ein Shuttle fahren, nach ersten Berechnungen könnte eine Fahrt zwischen 1 Euro und 1,40 Euro kosten.  „Für uns macht das System allerdings nur dann Sinn, wenn die Fahrgäste ohne Stau an ihr Ziel gelangen“, betont Güntner. In den nächsten Schritten soll deshalb geprüft werden, ob eine extra Spur für das Shuttle möglichst durchgehend angebracht werden kann. Außerdem werden die Fördermöglichkeiten und die Investitionskosten genau geprüft. In ihrer ersten Berechnung gehen die Projektbeteiligten von 17,6 Millionen Euro für nötige Investitionen in die Technik und Infrastruktur sowie Betriebskosten in Höhe von 660 000 Euro aus. Nach derzeitigem Stand sind Förderungen in Höhe von 65 Prozent möglich. Synergien zu anderen Projekten in Unterfranken sind hier noch nicht berücksichtigt. Nach Kitzingen liegen ZF weitere Anfragen aus der Region vor. Eine Realisierung von mehreren Projekten hätte kommerzielle Vorteile für Kitzingen, da insbesondere operative Betriebskosten dann verteilt werden könnten. Dies ist in der aktuellen Preisstellung noch nicht berücksichtigt.     

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