Die fehlende Barrierefreiheit am Kitzinger Bahnhof ist vielen Menschen seit vielen Jahren ein Ärgernis. Um eine Lösung voranzutreiben hat die Stadt Kitzingen die Initiative ergriffen und eine provisorische Lösung für alle Rollstuhl-, Fahrradfahrer und Menschen mit schweren Gepäckstücken erarbeitet. Wirtschaftsminister Huber Aiwanger hatte der Stadt Mitte Mai bei einem Besuch vor Ort seine Unterstützung zugesagt. Die gewünschten Unterlagen hat er mittlerweile erhalten.
Treppenlift, Rampe, Aufzug oder eine Kombination: Es gibt mehrere Möglichkeiten, um den Zugang von Gleis 1 zu den beiden hauptsächlich genutzten Gleisen 2 und 3 zu ermöglichen. Mitarbeiter des Bauamtes haben insgesamt vier mögliche Varianten erarbeitet und zeichnerisch dargestellt. Die Auf- und Abgänge wurden vermessen, wichtige Infrastrukturmaßnahmen wie Stromanschlüsse oder Schaltkästen in die Überlegungen miteinbezogen. „Eine Rampe für den Transport von schweren Gegenständen könnten wir selbst bauen und so Geld sparen“, sagt Bauamtsleiter Oliver Graumann. Ein zusätzlicher Treppenlift für Rollstuhlfahrer würde die Maßnahme abrunden.
Die Unterlagen sind am Freitag, 26. Juni, ans Wirtschaftsministerium geschickt worden. Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz ist guter Dinge, dass das Projekt zeitnah bearbeitet wird. Minister Aiwanger hatte angekündigt, die Verantwortlichen der Deutschen Bahn mit den Unterlagen und Modellen aus Kitzingen zu konfrontieren, um die provisorische Lösung voranzutreiben und von einem möglichen Pilotprojekt für andere bayerische Bahnhöfe gesprochen. Aus technischen Erwägungen und mit Blick auf die Kosten favorisiert er den Bau einer Rampe mit zusätzlichem Treppenlift. So könnte allen Menschen im Rollstuhl oder Eltern mit Kinderwagen ein sicherer Auf- und Abgang zu den Gleisen gewährleistet werden und Passagiere mit schweren Koffern oder anderen Gepäckstücken hätten es künftig leichter. Die Haftung für die Anlage und die Kosten für die Wartung würde die Stadt übernehmen, die Bahn müsste als Eigentümer und Genehmigungsbehörde bezüglich der Bauvorschriften ein Entgegenkommen signalisieren.
Minister Aiwanger hatte der Stadt Mitte Mai einen Kostenzuschuss für das Provisorium in Aussicht gestellt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Dr. Tiz. „Jetzt ist die Bahn am Zug.“
