Die Bonbonfabrik Wildhagen kurz vor dem Abbruch 1991.
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Richard Wildhagen

Richard Wildhagen (1890-1981)
Wohnhaus in der Kanzler-Stürtzel-Straße 2

Richard Wildhagen (geb. 10.1.1890 in Kitzingen, gestorben am 20. August 1981, verheiratet mit Hertha Wilhelmine Hedwig, Freiin Ebner von Eschenbach), Sohn des Bonbonfabrikanten Hermann Wildhagen, besuchte die königliche Realschule in Kitzingen und begann nach erfolgreichem Schulabschluss seinen beruflichen Lebensweg in der „Drogenhandlung Duvernoy Nachf.“ in Stuttgart sowie in der Schweizer „Bonbonfabrik J. Klaus“ in Le Locle, wo er sich das Fachwissen für seinen späteren Beruf aneignen konnte.

Wohnhaus Wildhagen vor dem Umbau der Kanzler-Stürtzel-Straße 1902.

Nach dem Studium an der Handelshochschule in Berlin konnte er auf seinen Geschäftsreisen wirtschaftliche Erfahrungen gewinnen. Am Ersten Weltkrieg nahm Richard Wildhagen als Kavallerieoffizier der Reserve teil. Nach Kriegsende trat er in die elterliche Bonbonfabrik und die Pfirschinger Mineralwerke ein. Zwei Jahre später wurde er Gesellschafter der beiden Firmen und förderte in der Folgezeit tatkräftig die Modernisierung der Fabrikationsanlagen und die Erstellung bedeutender Neubauten.

1932 starb sein Onkel, der Geheimrat und Firmengründer August Wildhagen. Des Weiteren schied sein Vater Hermann aus der Firma aus, so dass Richard das Unternehmen „A. Wildhagen & Co. Bonbonfabrik Kitzingen“ ab 1934 alleine weiterführte. Eine Vielzahl neuer Aufgaben kam auf ihn zu, die er jedoch meistern konnte. Harte Schicksalsschläge trafen das Unternehmen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren. Die Pfirschinger Mineralwerke wurden beim Bombenangriff auf Kitzingen am 23. Februar 1945 vollständig zerstört. Die Bonbonfabrik und das Wohnhaus besetzten die Amerikaner. Erst nach langwierigen Verhandlungen gelang es Wildhagen, wesentliche Teile seines Betriebs wieder frei zu bekommen, so dass am 1. Juli 1949 die Produktion der Bonbonfabrik wieder beginnen konnte. Ein Teilbetrieb der Pfirschinger Mineralwerke konnte 1950 ebenfalls wieder mit der Produktion beginnen.

Fotografie von Richard Wildhagen 1961.

1960 erwarb Horst Bentz, Inhaber der Melitta-Werke in Minden, mehrere Süßwarenfirmen, darunter auch die „A. Wildhagen & Co. Bonbonfabrik Kitzingen“. Zu diesem Zeitpunkt stand dem Seniorchef Richard Wildhagen sein Sohn Hasso, der bereits 1939 in den elterlichen Betrieb eingetreten ist, als Juniorchef zur Seite. Alle Firmen blieben als Produktionsbetriebe bestehen, produzierten aber ausschließlich für die neu gegründete Firma „Feurich-Vertriebsgesellschaft mbH“ in München, später in Stuttgart/Obertürkheim. Da der erwartete Erfolg ausblieb, verkaufte Bentz 1963 die Bonbonfabrik Wildhagen an die Fa. August Storck.
Zum Jahresende 1969 musste Wildhagen die Produktion ganz einstellen.

Auf Grund seiner sozialen Einstellung nicht nur von der Belegschaft hoch geschätzt, engagierte sich Richard Wildhagen auch im öffentlichen Leben. Berufsständisch arbeitete er seit 1923 in verschiedenen Verbänden der Süßwarenbranche. 1949 wurde er zum Vorsitzenden des Verbands der deutschen Süßwarenindustrie gewählt. Dieses Ehrenamt übte er bis 1959 voller Elan aus. Trotz seines fortgeschrittenen Alters übernahm er anschließend den Posten eines stellvertretenden Vorsitzenden dieses Verbandes. Ebenso war er Vorstandsmitglied der Zentralfachschule der Deutschen Süßwarenindustrie und etablierte ab 1951 mit die staatlich anerkannte Ausbildung zur Fachkraft für Süßwarentechnik. An der Gründung der europäischen Vereinigung der Süßwarenindustrie in der EG war er auch beteiligt. Ferner war Wildhagen Vertreter der Arbeitgeber bei der Landesversicherungsanstalt Unterfranken.

Höhepunkt des kommunalpolitischen Wirkens war seine Tätigkeit als ehrenamtlicher Kitzinger Oberbürgermeister vom 5. Juli 1948 bis zum 30. März 1952. Wildhagen, Gründungsmitglied der Kitzinger CSU, wurde mit der größten Stimmenanzahl in den Stadtrat gewählt, dieser wiederum bestimmte ihn einstimmig zum Oberbürgermeister. Seine Amtszeit begann kurz vor der Währungsreform auf dem Höhepunkt der existenziellen Not der Bevölkerung. Der aufgeschlossene und stets hilfsbereite Unternehmer mit politischen Ambitionen trug einen wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der schwer kriegszerstörten Stadt, und dies, ohne dafür entlohnt zu werden.
Die außerordentlichen Leistungen, die Wildhagen neben seiner Berufstätigkeit seit vielen Jahren mit großem Idealismus und zum Wohl der Allgemeinheit vollbracht hat, erhielten am 27. Juli 1955 vom Staat die gebührende Würdigung. Regierungspräsident Dr. Hölzl überreichte ihm das Verdienstkreuz zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Ein Jahr später zog sich Richard Wildhagen jedoch ganz aus der Politik zurück, was allgemein sehr bedauert wurde. Vom stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Rudolf Eberhard erhielt er im September 1963 bei einer Feierstunde in München das Große Bundesverdienstkreuz, den höchsten Orden, den ein Staat zu vergeben hat.

Richard Wildhagen starb am 20. August 1981 im hohen Alter von 90 Jahren.

Quellen:

  • Akt des Stadtmagistrats Kitzingen: I/A/8/02: Ordensdekorationen und Ehrenzeichen, 1871 – 1904.
  • Akt des Stadtmagistrats Kitzingen: I/A/8/22: Auszeichnungen, 1905 – 1914.
  • Bürgerrechtsakten: Nr. 210: Wildhagen, Hermann Julius, 1893. Nr. 227: Wildhagen, August, Fabrikant, 1900. Nr. 308: Wildhagen, Richard, Kaufmann, 1914.
  • Ratsprotokolle seit 1945
  • Falkenstein, Stephanie: Die Wildhagenvilla. Ein Beitrag zur Wohn- und Lebenskultur der Gründerzeit in Kitzingen. Schriftenreihe des Städtischen Museums Kitzingen Band 11, Kitzingen 2016.

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