Auf dem Biberweg in Kitzingen können Besucher vieles über die faszinierende Welt des Bibers erfahren. Folgt BiBi - dem Bimbach-Biber - und geht auf Entdeckungstour durch sein Revier.
Entlang des Weges gibt es acht informative Tafeln, die spannende Einblicke in das Leben und die Gewohnheiten dieses beeindruckenden Tieres bieten. Die Stelen erläutern unter anderem, wie Biber ihre Umgebung gestalten, welche Bedeutung sie für das Ökosystem haben und wie sie es schaffen, ganze Landschaften zu verändern. Zusätzlich weisen QR-Codes an den Tafeln den Weg zu weiterführenden Informationen und machen den Spaziergang zu einem interaktiven Erlebnis. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Für Kinderwagen beziehungsweise Rollstühle ist der Biberlehrpfad leider nur teilweise geeignet.
Der Biberlehrpfad startet nicht unweit vom neuen Kreisel an der Straße zwischen Kitzingen und Großlangheim und führt rund einen Kilometer lang auf beiden Seiten des Bimbachs entlang. Auf acht Stelen können die Besucher die wichtigsten Fakten und Daten über den Biber nachlesen, der in Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts noch als ausgerottet galt und mittlerweile an fast allen Bachläufen im Landkreis wieder ansässig ist. Mehr als 200 Biber sind im Landkreis Kitzingen wieder beheimatet.
Führungen
Mehr als 50 Kindergartenkinder aus Kitzingen waren die ersten offiziellen Besucher des Pfades und machten große Augen, als Uwe Hartmann ihnen ein Biberfell sowie ein Bibergebiss und einen Schädel zeigte – allesamt Bestandteile des ebenfalls angeschafften Biberrucksackes. Für interessierte Grundschulklassen und Kindergärten sollen künftig Führungen angeboten werden. Interessierte können den Biberlehrpfad ab sofort besuchen.
Förderung
Das Projekt ist von der Regierung von Unterfranken mit 70 Prozent gefördert worden. Der Eigenanteil der Stadt lag bei rund 7600 Euro, die Gesamtkosten bei etwa 25 300 Euro.
Bibermanagement
Dem einen Freund, dem anderen Feind – um einen Ausgleich zwischen dem strengen Schutz des Bibers und den Nutzungsansprüchen der Menschen zu schaffen, setzen die Kommunen verstärkt darauf, einen Biberberater auszubilden und einzusetzen. Seit 2018 ist Tobias Gust geprüfter Biberberater.
Die Aufgaben, die Tobias Gust als Biberberater erwarten, sind sehr vielseitig. In Bayern gibt es dafür das Bibermanagement, das auf vier Säulen fußt:
Beratung
In Vorträgen und Exkursionen vermitteln die Biberfachleute wichtiges Wissen über die Biber und deren Lebensweise.
Prävention
Durch mehrmalige Kontrolle der Biberreviere pro Woche durch den städtischen Biberberater, Einzelbaumschutz, Elektrozäune oder Ausweisung von Pufferstreifen entlang von Gewässern, ist es möglich, im Vorfeld Schäden zu vermeiden oder zumindest zu vermindern.
Schadensausgleich
Das Bayerische Umweltministerium hat einen Ausgleichsfonds errichtet, der die Land-, Forst- und Teichwirtschaft vor zu großen Ernteverlusten schützen soll.
Zugriff
Wenn es keine andere Lösung mehr gibt, gravierende Schäden drohen oder Präventivmaßnahmen zu aufwendig sind, dürfen Biber auf Antrag gefangen, getötet und Biberbauten beseitigt werden.