Sie haben sich für das Wohl der Stadt und ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger eingesetzt. Und das in einem besonderen Ausmaß. Christa Heinrich, Ralph Barholomäus und Herbert Müller sind am Mittwochabend, 28. Oktober, mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Kitzingen ausgezeichnet worden. Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz sprach von einem inspirierenden Abend und dankte drei Menschen, die als Vorbild dienen. Drei Persönlichkeiten, die ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen, um anderen Menschen zu helfen. „Es gibt nichts Ehrenhafteres“, so der OB.
Ralph Bartholomäus
Im Jahr 2007 haben sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Kitzingen zusammengeschlossen, um zu verhindern, dass ein jahrhundertealtes Erbe der Stadt verloren geht. Mit diesem Ziel wurde der Verein „Die Deusterkeller e.V.“ gegründet, der sich dem Erhalt und Schutz der historischen Kelleranlagen widmet. Der Verein arbeitet selbstlos und ausschließlich ehrenamtlich. Seit 2015 ist Ralph Bartholomäus dessen Vorsitzender. „Seitdem leitet er den Verein mit großem Engagement und viel Herzblut“, meinte der OB. Ihm sei es maßgeblich zu verdanken, dass heute regelmäßig Führungen stattfinden, insbesondere in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Tourist-Information Kitzingen. Ein besonderes Highlight sind die beliebten „Kostprobenführungen. Daneben bietet der Verein auch individuelle Besichtigungen und Veranstaltungen für Firmen an. Betriebsausflüge, Gruppenführungen und besondere Eventformate für Unternehmen aus ganz Bayern und sogar Thüringen finden mittlerweile in den Deusterkellern statt. Wenn die Besuchergruppen nach einer Führung begeistert sind, dann sei das für ihn und sein Team Ansporn genug, weiterzumachen. Ralph Bartholomäus dankte der Stadt für die Unterstützung in all den Jahren und seinem Team für das kreative Engagement. „Ich nehme diesen Preis für alle Kellerkinder entgegen“, meinte er.
Christa Heinrich
Seit 1991 engagiert sie sich ehrenamtlich im Weltladen Kitzingen und schafft mir ihrem Team ein Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen und gerechtere Handelsbeziehungen. „Es geht beim fairen Handel ja nicht nur um die Produkte, sondern vor allem um die Produzenten und ihre Arbeitsbedingungen vor Ort“, erinnerte Dr. Tiz.
Christa Heinrich gestand in ihrer Dankesrede, dass sie den Preis zunächst gar nicht annehmen wollte. „Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt.“ Dann habe sie noch einmal überlegt und sich anders entschieden. „Vielleicht kann ich ja als Beispiel für andere dienen.“ Leider gebe es immer noch zu viele Menschen, denen ihre Verantwortung als Verbraucher und ihre Möglichkeiten, positiv auf die Lebensbedingungen der Produzenten vor Ort einzuwirken, gar nicht bewusst sei. Ihr Dank ging an die vielen Mitstreiter der ersten Stunde, die alle ein gemeinsames Ziel verfolgen: Die Welt ein Stück gerechter machen. Christa Heinrich lud alle Anwesenden zu einem Besuch in den schmucken Laden in der Oberen Kirchgasse ein. „Bei uns gibt es viel zu entdecken.“
Herbert Müller
Seit mehr als 20 Jahren leitet Herbert Müller das Büro zur Vergabe der Berechtigungsausweise der Tafel Kitzingen. Das ist aber nur ein kleiner Teil seines Wirkens. Er zeichnet sich von Anfang an durch einen außergewöhnlichen Einsatz, große Zuverlässigkeit und viel Herzblut aus. Hörbarer Ausdruck seines Wirkens und der Wertschätzung seiner mittlerweile mehr als 80 Helferinnen und Helfer bei der Kitzinger Tafel ist sein Spitzname: Papa Teresa. „Er hilft einfach überall, wo er kann“, meinte seine Frau und erste Vorsitzende des Vereins, Katharina Müller.
Er habe sich nie träumen lassen, dass er so einen Ehrenpreis erhält, erzählte der 80-Jährige. In all den Jahren habe er eine Unmenge toller Erfahrungen gesammelt. Für andere Menschen da sein und unbürokratisch helfen, sei ein täglicher Ansporn für seine ehrenamtliche Arbeit – der er trotz gesundheitlicher Schwierigkeiten nach wie vor beharrlich nachkommt. Die wachsende Zahl Hilfesuchender sei für ihn Motivation, weiterhin Spendengelder zu akquirieren und den Bedürftigen – gleich welcher Nationalität – zu helfen.
Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz zollte allen Ehrenpreisträger und ihrer „Macher-Mentalität“ großen Respekt. „Sie packen an und machen weiter, auch wenn die Umstände manchmal nicht einfach sind“, sagte er. Als Stadt Kitzingen könne man da nur Danke sagen und die Botschaft des Abends in die Welt hinaustragen: Das Ehrenamt hält unser Land am Laufen.
Die Feierstunde wurde vom Saxophon-Ensemble der Kitzinger Musikschule begleitet.
