Es waren intensive Zeiten. Tage voller Begegnungen, Entscheidungen und Weichenstellungen. Am 4. Mai hat Dr. Enis Tiz seine Arbeit als Oberbürgermeister der Stadt Kitzingen begonnen. 100 Tage später zieht er ein positives Fazit und ist sich gleichzeitig bewusst, dass die Arbeit erst so richtig beginnt.
Rund 1000 Termine hat der promovierte Jurist in den ersten drei Monaten seiner Amtszeit absolviert. „Jeder Tag war voll mit Begegnungen und Gesprächen“, sagt er. Genau das ist es, was ihn motiviert und antreibt. „Ich liebe den Kontakt zu Menschen“, sagt er. Die Fülle der Anliegen und Wünsche, die an ihn herangetragen werden, hat ihn anfangs überrascht. „Alle Wünsche werden wir nicht erfüllen können“, betont er. „Aber ich werde zusammen mit meiner Stadtverwaltung immer ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger haben.“
Offene Sprechstunde
In diesem Sinne hat er schnell eine offene Sprechstunde eingeführt. Jeden ersten Montag im Monat können Interessierte ohne Anmeldung ins Rathaus kommen und ihm ihre Anliegen vortragen. Bereits zum ersten Termin kamen mehr als 15 Personen. Auch im Einwohnermeldeamt ist der Service verbessert worden. Die Bürgerinnen und Bürger können auch ohne vereinbarten Termin kommen, ziehen eine Wartemarke und müssen eventuell ein wenig Wartezeit mitbringen. Der Service-Gedanke wird auch bei den Bürgerversammlungen in den Stadtteilen großgeschrieben. Die vorgebrachten Anliegen werden protokolliert, zeitnah an die zuständigen Abteilungen weitergereicht und abgearbeitet. „Das Controlling ist mir an dieser Stelle besonders wichtig“, sagt Dr. Tiz.
Runde Tische hat er unter anderem mit den Schulleitungen, den Verantwortlichen der Kindergärten und den Unternehmern und Geschäftsführern von größeren Arbeitgebern bereits eingeführt. Alle anderen Gewerbetreibenden will er ebenfalls einladen und die Gesprächsrunden regelmäßig anbieten. Sein Ziel: Die Stadt gemeinsam weiterentwickeln und möglichst alle Generationen mit einbinden. In diesem Sinne hat er zur ersten Jungbürgerversammlung eingeladen und rund 30 junge Menschen im Haus für Jugend und Familie begrüßt. Zusammen mit dem Stadtrat hat er die Weichen für die Einführung eines Stadtbusses gestellt und ist mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes fast alle Bachläufe im Stadtgebiet abgelaufen, um mögliche Schutzmaßnahmen vor Hochwasser vor Ort zu diskutieren und zu eruieren. Schon im Mai hat er Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Bahnhof begrüßt, um mögliche Maßnahmen und Förderungen für den barrierefreien Ausbau zu erörtern. Der Minister zeigte sich vom Engagement begeistert und lässt nun zusammen mit der Deutschen Bahn prüfen, welche Ideen zeitnah umsetzbar sind.
Willkommene Abkühlung
Die ersten 100 Tage Amtszeit fielen mitten in eine Hitzeperiode. „Die Hitze und Trockenheit wird uns auch in den nächsten Jahren beschäftigen“, weiß Dr. Tiz und hat zusammen mit dem örtlichen Energieversorger und dem Bauhof schnell und unkompliziert eine willkommene Abkühlung installiert. Die Nebeldusche am Marktplatz wird seither gut frequentiert und ein zweiter Trinkwasserbrunnen für die Bevölkerung wird in Kürze im Luitpoldbau eröffnet. Gleichzeitig sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, kühle Rückzugsmöglichkeiten an die Stadtverwaltung zu melden. „Damit wir eine entsprechende Karte im Rahmen unseres Hitzeaktionsplanes veröffentlichen können“, so Dr. Tiz. Dass es für ihn auch in den kommenden 100 Tagen heiß zugehen wird, ist ihm nur allzu bewusst. Zu voll ist sein Terminkalender, zu viele Projekte stehen an. Die Sanierung der Alten Mainbrücke, die Priorisierung der Straßenreparaturen oder die Beschaffung von Klimageräten für die Schulen sind nur einige der Anliegen, die bearbeitet werden wollen. Die Zeiten bleiben intensiv.
