Eine Aufbruchsstimmung war zu spüren, von einem längst überfälligen und deshalb sehr erfreulichen Signal sprachen einige Teilnehmer. Oberbürgermeister Dr. Enis Tiz hatte Kitzinger Unternehmer und Vertreter großer Gewerbebetriebe zu einem Gedankenaustausch ins Rathaus eingeladen. Aus dem ersten Treffen soll ein regelmäßiger Austausch werden. „Das ist Chefsache“, betonte der OB.
Mehr als 20 Unternehmer hatten die Einladung angenommen. Vom Lebensmitteleinzelhändler über den Messebauer bis zum Software-Entwickler waren fast alle Branchen vertreten. Die jeweiligen Betriebe und Standorte sind berufliche Heimat für tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
„Wir wollen Ihre Ideen aufnehmen und die Stadt gemeinsam voranbringen“, nannte der OB die Zielsetzung. Seine Vision: Die Stadtverwaltung schafft ein sicheres und starkes Fundament, auf das die Bürgerinnen und Bürger und die Arbeitgeber gleichermaßen aufbauen können. Gemeinsam könne die Stadt dann weiterentwickelt werden und prosperieren. Das Fundament besteht für ihn aus verlässlichen und guten Rahmenbedingungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner. „Wir werden den Hochwasserschutz vorantreiben, die Straßen reparieren und ein gutes Lernen in den Schulen ermöglichen“, kündigte er an. Zielgerichtet sollen in den nächsten Monaten Klimageräte für einzelne Schulklassen besorgt werden. Durch konkrete Hilfen wie diese könne die Stadtverwaltung mitgestalten und gleichzeitig Maßnahmen ergreifen, um das Wir-Gefühl in der Stadt zu stärken. „Junge Leute wollen sich für die Stadt engagieren“, versicherte der OB. Ein entsprechender Spirit begegne ihm gerade in vielen Gesprächen mit Jugendlichen. Jetzt gelte es, dieses Momentum zu nutzen.
Einige Weichen für eine bessere Zukunft sind bereits gestellt: Der erste Firmenlauf in Kitzingen findet am 23. September statt, die Stadtbücherei soll künftig auch einen Veranstaltungsraum erhalten, in dem sich Eltern mit ihren Kindern gerne aufhalten. Mit Schul- und Kindergartenvertretern fand bereits ein intensiver Austausch statt, die Besitzer von kleineren Gewerbeeinheiten werden ebenfalls zu einem Runden Tisch ins Rathaus eingeladen. Für Neugründer soll es ein Wohlfühlpaket geben. „Wir wollen auch Ihnen direkt und schnell helfen, wo es möglich ist“, versicherte der OB. Als Beispiel nannte er eine unbürokratische Kommunikation bei Bauvorhaben oder sonstigen Veränderungswünschen. „Wir suchen pragmatische Lösungen“, betonte Dr. Enis Tiz. „Und wir laden Sie ein, an der Zukunft unserer Stadt teilzuhaben.“
Mit Wohlwollen reagierten die Anwesenden auf die Ankündigungen. „Ich habe schon lange auf so ein Zeichen gewartet“, meinte etwa Josef Ramthun, Geschäftsführer von FrankenGuss. Schon die Möglichkeit einer Vernetzung sei für die Gewerbetreibenden ein Gewinn. Ertan Özdil, ehemaliger CEO von WeClapp, sprach von einem spürbaren Momentum, das genutzt werden solle, um die Stadt voranzubringen und brachte konkrete Ideen für eine künftige Struktur vor: Die Gründung eines Verbundes oder Beirates als direkter Ansprechpartner für die Stadt. Dass es genug Themen zu besprechen gibt, wurde anhand der Beiträge aus dem Gremium deutlich: Ladepunkte für E-Autos, der steigende Strombedarf für Produktionsbetriebe, die Anbindung der Gewerbegebiete an den ÖPNV oder eine bessere Kommunikation in Sachen Gewerbesteuer waren nur einige Punkte. „Wir bleiben in Kontakt“, versprach Dr. Enis Tiz.
