Ressourcen schonen, Energie sparen

Von der neuen Lichtleitlinie sollen in Kitzingen Mensch und Tier profitieren

Die Stadt Kitzingen will bei der Reduzierung von Lichtverschmutzung eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine entsprechende Leitlinie ist erarbeitet und im Stadtrat verabschiedet worden. „Jetzt wollen wir möglichst viele Bürger und Gewerbetreibende mitnehmen“, sagt Umweltreferent Uwe G. Hartmann.

Auf dessen Antrag hin wurde eine Lichtleitlinie von der Stadtverwaltung ausgearbeitet und am 17. November im Stadtrat einstimmig beschlossen. Im Vorfeld wurden die erforderlichen Unterlagen zusammengetragen und entsprechende Anforderungen formuliert. „Ziel unserer Lichtleitlinie ist es, die in der Stadt Kitzingen erforderliche künstliche Nachtbeleuchtung nachhaltig, umweltfreundlich, bedarfsorientiert und blendfrei auszurichten“, erklärt die Leiterin der Stadtplanung, Bianca Buck. Gewünschter Nebeneffekt: Dank der erstellten Lichtleitlinie sollen Energie eingespart und Ressourcen geschont werden. „Die Lichtleitlinie verbessert außerdem das nächtliche Landschafts- und Ortsbild“, ergänzt Jonathan Lintzen vom Bauamt, der die Planungen maßgeblich begleitete.

Für die Artenvielfalt bedeutet die Leitlinie darüber hinaus eine große Chance. Nachtaktive Insekten sterben laut Bund Naturschutz und anderer Umweltorganisationen massenweise, weil sie vom künstlichen Licht angelockt werden. Die Lichtleitlinie ist bereits gültig und umfasst das gesamte Gebiet der Stadt Kitzingen einschließlich der Ortsteile. „Wir appellieren an alle Privat- und Firmenbesitzer, diese Leitlinie auch umzusetzen“, so Hartmann.

Die Leitlinie sieht unter anderem vor, dass künstliches Licht nur dann eingesetzt werden darf, wenn es - nach geltenden Gesetzen und Verordnungen begründet - notwendig ist. „Hier denken wir vor allem an die Verkehrssicherheit“, erklärt Bianca Buck. Künstliches Licht darf außerdem nur dorthin strahlen, wo es unbedingt notwendig ist, keineswegs nach oben in den Himmel und es darf nur geringe UV- und Blauanteile enthalten. „Es sollte gelb bis warm weiß sein mit Farbtemperaturen möglichst unter 2700 Kelvin“, informiert Klimaschutzmanager Martin Schneider.

In den letzten Jahren hat die Stadt Kitzingen vor allem den Verbrauch ihrer Straßenbeleuchtung in den Blick genommen und nachhaltige Lösungen gesucht. Seit 2018 sind fast 700 der insgesamt etwa 3900 Straßenlaternen auf LED umgerüstet worden. 136.000 Euro hat die Stadt dafür in die Hand genommen. Pro Jahr werden dank dieser Umstellung rund 400.000 Kilowattstunden Strom weniger verbraucht. „Nach spätestens sechs Jahren hat sich die Umstellung amortisiert“, so Martin Schneider. Im Jahr 2023 sollen weitere 113 Straßenlampen umgerüstet werden, zuvorderst die älteren, besonders energieintensiven Modelle. Ein weiterer Austausch von Quecksilberdampfleuchten zu LEDs wird bereits in der Verwaltung vorbereitet.  „Und dank der neuen Lichtleitlinie schützen wir in Zukunft auch die Natur“, ergänzt Uwe Hartmann.

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