Integriertes Klimaschutzkonzept

Für das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Kitzingen wurde im ersten Schritt eine Energiebilanz erstellt. Innerhalb des gesamten Stadtgebiets wurden die Energieverbräuche der drei Sektoren Mobilität, Strom und Wärme erfasst. Dabei wurden alle Energieträger wie bspw. Erdgas, Benzin, Diesel, Strom, Biomasse, Biogas usw. berücksichtigt. Dank einer guten gesamten Datengüte von ca. 0,81 für die Jahre 2017 bis 2021, wurden diese Jahre für die Erstellung der Energie- und Treibhausgasbilanz verwendet. Das Jahr 2019 dient als Referenzjahr. Der jährliche Treibhausgasausstoß CO2äqu beträgt knapp 203.000 Tonnen. Das ergibt einen Treibhausgasausstoß von 9,26 t CO2äqu pro Einwohner. Aufbauend auf die Treibhausgasbilanz wurde eine Potenzialanalyse erstellt, welche gerade im Bereich Wärmeversorgung und regenerativer Energieerzeugung Potentiale erkennt.

 

Ausgehend von der Energie- und Treibhausgasbilanz wurde mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung, aus Stadtratsbeschlüssen, Rückmeldungen aus der Bevölkerung und Expertenmeinungen der Maßnahmenkatalog entwickelt. Der Maßnahmenkatalog ist das Herzstück des Klimaschutzkonzepts. In mehreren Themenfeldern wurden diverse Maßnahmen ausgearbeitet. Die Maßnahmen sollen dazu dienen die auf der Basis der Treibhausgasbilanz und der zugehörigen Szenarien entwickelten Klimaschutzziele erreichen zu können und Kitzingen im Bereich Klimaschutz und Klimaanpassung auf die künftigen Entwicklungen vorzubereiten. Die Maßnahmen umfassen die Kernkompetenzen und Wirkungsbereiche einer Kommune. Der Maßnahmenkatalog fungiert hierbei als übergeordnete Schirm, welche einen breiten Querschnitt durch die Themen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung gibt. Die Maßnahmen werden im Rahmen dazugehöriger Workshops oder anderer Beteiligungsformen von einzelnen Teams ausgearbeitet, finalisiert und umgesetzt.

 

Der Maßnahmenkatalog ist in sechs Themenfelder unterteilt:

Die Bereiche Mobilität, Strom und Wärme orientieren sich an den Ergebnissen der Energie- und Treibhausgasbilanz und zeigen Maßnahmen mit dem Ziel der Treibhausgasreduktion auf. Der Bereich Klimaanpassung beschäftigt sich mit den aktuell spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Hier werden Maßnahmen benannt, wie die Stadt Kitzingen diese Herausforderungen angehen kann. Im Themenfeld Verwaltung geht es um Maßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung. Der letzte Bereich Kommunikation dient als flankierender Baustein zur Kommunikation mit der Bevölkerung und mit anderen Akteuren. Insgesamt wurden 32 Maßnahmen ausformuliert.

 

In dem Maßnahmenkatalog sind drei große Maßnahmen als Leuchttürme ausgemacht worden. Diese sind derzeit allesamt in der aktiven Bearbeitung und das Klimaschutzmanagement ist herbei jeweils mit der Projektleitung beauftragt. Die Maßnahme S1 „Stromautarkie Kitzingen“ beschäftigt sich mit der Steigerung der regionalen regenerativen Energieerzeugung, damit die Stadt Kitzingen ihren Strombedarf bilanziell ausschließlich über regenerative Energien decken kann. Für die Maßnahme W1 „kommunale Wärmeplanung“ wurde eine Förderung gestellt und bewilligt. Das Projekt soll Ende 2025 abgeschlossen werden. Abschließend ist die Maßnahme V1 „Treibhausgasneutrale Stadtverwaltung“ zu nennen, die ebenfalls angelaufen ist.

 

Weitere Informationen aus der Stadtratssitzung 25.01.2024

 

Hinweis zum Integrierten Klimaschutzkonzept: Die Kaminkehrerdaten sind noch nicht in das Klimaschutzkonzept eingearbeitet. Diese Daten werden schnellstmöglich noch eingearbeitet, weswegen sich einige Ergebnisse in der Treibhausgasbilanzierung ändern könnten

Klimaschutzmanager

Martin Schneider ist seit Anfang Juli 2022 Klimaschutzmanager der Stadt Kitzingen. Der Ingenieur für Bauphysik und Energieberatung hat die letzten Jahre für ein Bauplanungsbüro in Niedersachsen gearbeitet und dort energetische Konzepte im Rahmen der Sanierung und dem Neubau von Wohn- und Nichtwohngebäuden aufgestellt und ausgeführt. Der aus Schweinfurt stammende Klimaschutzmanager sieht vor allem in der lokalen Energieautarkie, der Mobilitätswende und der Klimaanpassung die größten Herausforderungen. Er ist für die Steuerung des Prozesses zur Erstellung des Klimaschutzkonzeptes zuständig und trägt die Gesamtverantwortung. Das Klimaschutzkonzept legt den Grundstein für die Klimaschutzmaßnahmen und –erfolge in den nächsten Jahren und dient somit als Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe. Martin Schneider ist ebenfalls für die begleitende Öffentlichkeitsarbeit, die Moderation von Veranstaltungen sowie die Sensibilisierung und Mobilisierung von Bürgerinnen und Bürgern sowie anderen Akteurinnen und Akteuren zuständig.

Wir möchten Ihre Meinung und Ihre Vorschläge für den Klimaschutz der Stadt Kitzingen wissen. Falls Sie Anmerkungen oder Vorschläge zum Thema Klimaschutz in der Stadt Kitzingen haben oder an einer Mit- bzw. Zusammenarbeit interessiert sind, melden Sie sich gerne bei unserem Klimaschutzmanager Martin Schneider.

 
Klimaschutzmanagement

Martin Schneider
Kaiserstraße 13/15
97318 Kitzingen

Zimmer 0.13

09321/20-6130
09321/ 20-96130
martin.schneider(at)stadt-kitzingen.de

Sprechstunde

Donnerstag: 14 - 16 Uhr

 

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtung.

Förderkennzeichen: 67K19140

Weiterführende Informationen:

https://www.klimaschutz.de/de

https://www.klimaschutz.de/de/ueber-die-initiative

https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/klimaschutz-deutsche-klimaschutzpolitik.html

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz und Logo Nationalen Klimaschutzinitiative
 

Aktuelles

Kommunale Wärmeplanung

Der Weg zur kommunalen Wärmeplanung

Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung und die Einreichung eines Förderantrags wurden am 15.12.2022 durch den Stadtrat beschlossen. Der Förderantrag wurde bei der ZUG (Zukunft – Umwelt – Gesellschaft GmbH) eingereicht und unter dem Förderkennzeichen 67K25062 von der Nationalen Klimaschutzinitiative bewilligt. Die Laufzeit der Maßnahme beträgt vom 01.08.2023 bis zum 31.12.2025. Hierfür ist Anfang Juli 2024 ein Leidfaden und Technikkatalog erschienen, der die rechtlichen und gesetzlichen Rahmenbedingungen, die technischen Voraussetzungen und die langfristige Verfügbarkeit sicherstellt. Die kommunale Wärmeplanung für die Stadt Kitzingen wurde in den Monaten Dezember 2024 / Januar 2025 ausgeschrieben. Eine Bietergemeinschaft der beiden Unternehmen Prosio Engineering GmbH sowie der LKW Kitzingen hat den Zuschlag bekommen und bearbeitet seit Februar 2025 die kommunale Wärmeplanung der Stadt Kitzingen.  Im November fand sowohl online eine Akteursbeteiligung mit ca. 15 Akteuren wie Bauunternehmen, Heizungsfirmen und kommunalen Energieträgern als auch eine Bürgerbeteiligung in der alten Synagoge mit 120 interessierten Personen statt. Über 60 Minuten lang wurden die Anwesenden über die kommunale Wärmeplanung in Kitzingen informiert. Danach herrschte ein reger Austausch mit vielen Fragen zu dem weiteren Vorgehen für die Heizungsversorgung der Zukunft in Kitzingen. Anbei sind die Folien für diese Veranstaltung.

Des Weiteren wird gerade eine Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz in den Ortsteilen Altstadt, Südstadt und Etwashausen sowie in der Siedlung durchgeführt. Hierbei wird untersucht, inwieweit eine regenerative Fernwärmeversorgung für diese Stadtteile bis 2040 möglich ist, welche regenerativen Energieträger zum Einsatz kommen könnten und welche Kosten das Projekt nach sich zieht. Wir werden Sie über die Ergebnisse im Laufe des Jahres 2026 informieren. Diese Planung läuft unabhängig der Dekarbonisierungsstrategie der LKW Kitzingen GmbH.

 

Die Kommunale Wärmeplanung – Strategie für eine erneuerbare Wärmeversorgung

Am 1. Januar 2024 ist in Deutschland das Wärmeplanungsgesetz (WPG) in Kraft getreten. Es bildet die rechtliche Grundlage für eine flächendeckende, verbindliche und systematische Wärmeplanung. Ziel dieses Gesetzes ist es, basierend auf den lokalen Gegebenheiten aufzuzeigen, wie die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien oder unvermeidbare Abwärme umgestellt werden kann. Dadurch erhalten Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen sowie Energieversorger mehr Planungssicherheit hinsichtlich der zukünftigen lokalen Wärmeversorgung.

Ein zentrales Ziel der Wärmeplanung ist es, den optimalen und wirtschaftlichsten Weg zu einer klimafreundlichen und zukunftsorientierten Wärmeversorgung zu bestimmen. Dieser soll sich konkret auf die örtlichen Gegebenheiten in Kitzingen stützen.

Sechs Schritte zur kommunalen Wärmeplanung

Für die kommunale Wärmeplanung Kitzingen sind sechs Schritte bearbeitet worden:

  • Bestandsanalyse: Zunächst wird die aktuelle Wärmeversorgung detailliert untersucht. Dazu zählen Gebäudestrukturen, Heizsysteme und vorhandene Energieinfrastrukturen. Wichtige Fragen sind beispielsweise: Wo besteht ein hoher Wärmebedarf? Wie erfolgt aktuell die Versorgung? Welche Netze sind bereits vorhanden?
  • Potenzialanalyse: Aufbauend darauf zeigt eine Potenzialanalyse, welche erneuerbaren Energiequellen lokal verfügbar sind und künftig genutzt werden könnten.
  • Szenarioentwicklung: Auf Basis dieser Erkenntnisse werden gemeinsam mit dem Projektteam verschiedene Versorgungsmodelle entwickelt und bewertet. Dabei geht es u. a. um die Frage, wo zentrale Wärmenetze sinnvoll sind und wo dezentrale Lösungen den Vorzug bekommen könnten.
  • Umsetzungskonzept: Im vierten Schritt wird ein konkreter Fahrplan mit Maßnahmen, Zuständigkeiten und Verstetigungsstrategien erstellt. Dieser bildet die Grundlage für die spätere Realisierung und langfristige Sicherung der Planungsziele.
  • Gebietssteckbriefe: In dem Abschlussbericht sind insgesamt 20 Gebietssteckbriefe ab der Seite 125 aufgeführt. Dort werden für die jeweiligen Kitzinger Gebiete Informationen zur folgenden Frage gegeben: Welche Möglichkeiten zur Wärmversorgung bis 2045 könnten eine wichtige Rolle spielen – zum Beispiel Wärmenetze, Wärmepumpen oder andere erneuerbare Energien?
  • Maßnahmensteckbriefe: Die Maßnahmensteckbriefe zeigen auf, wie es nach der kommunalen Wärmeplanung weitergeht und welche Aufgaben auf die jeweiligen Akteure zukommen.

 

Öffentliche Auslage und Möglichkeit zur Stellungnahme zum Abschlussbericht

Der umfangreiche Abschlussbericht der Kommunalen Wärmeplanung in Kitzingen ist abgeschlossen und bildet die Grundlage für die weiteren Planungsschritte auf dem Weg zur Wärmewende. Gemäß § 13 Absatz 2 WPG werden die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung hiermit öffentlich bekannt gemacht. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Fachverbände sowie sonstige interessierte Stellen haben die Möglichkeit, innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung eine Stellungnahme abzugeben.

Der Abschlussbericht steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Abschlussbericht Kommunale Wärmeplanung

Stellungnahmen können bis zum 09.03.2026 schriftlich oder per E-Mail eingereicht werden an:

Stadt Kitzingen

Kaiserstr. 13/15

Klimaschutzmanagement
97318 Kitzingen

E-Mail: martin.schneider(at)stadt-kitzingen.de 

Telefon: 09321/206130

 

Wir danken für Ihr Interesse und Ihre Mitwirkung an der zukünftigen Wärmeversorgung in Kitzingen.

 

Förderung über die Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Förderkennzeichen: 67K25062 

Laufzeit des Vorhabens: 01.08.2023 bis 31.12.2025

 

Ausbau der regenerativen Energien in Kitzingen

Der Stadtrat hat am 28.07.2022 beschlossen gemeinsam mit der LKW Kitzingen GmbH den Ausbau der regenerativen Energien voranzutreiben und möglichst schnell in diesem Sektor autark zu werden.

Die Stadt Kitzingen unterstützt proaktiv den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung aus Windenergie. Dank unserer Bewerbung sind wir seit Mai 2023 im Programm der Windkümmerer der Landesagentur für Energie und Klimaschutz, die die Kommunen beim Ausbau der Windenergie beraten. Der Regionalplan wird aktuell von der Regierung von Unterfranken im Hinblick auf die Ausweisung von Windvorranggebieten fortgeschrieben. In diesem Hinblick ist die Stadt Kitzingen im proaktiven Austausch mit der Regierung. Am 22.01.2025 hat der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes Würzburg hat am beschlossen, für die Teilfortschreibung „Windenergie“ (vormals „Windkraftnutzung“) das dafür erforderliche Beteiligungsverfahren durchzuführen. Die Frist zur Abgabe von Stellungnahmen endete am 10.04.2025. Das öffentliche Beteiligungsverfahren ist damit beendet, gerade findet die Auswertung und Abwägung der Stellungnahmen seitens der Regionalplanung statt.

Derzeit sind im Stadtgebiet Kitzingen zwei Windvorranggebiete seitens der Regionalplanung vorgesehen. Wir werden zu gegebener Zeit die Öffentlichkeit über die Pläne informieren, wenn die Vorranggebiete mit ihrem Flächenumriss endgültig feststehen. Eine Bürgerbeteiligung ist jeweils hierbei vorgesehen. Die genaue Umsetzung wird in den Jahren 2025 und 2026 erörtert.

Der Ausbau der Photovoltaik wird unter anderem durch die Teilnahme am Wattbewerb überwacht. Hier belegt Kitzingen derzeit Platz 28 von 255 Teilnehmern beim Ranking der Städte unter 100.000 Einwohnern. Gerade in den Jahren 2023 und 2024 wurden sehr viele PV-Anlagen installiert. Bald wird die installierte PV-Bruttoleistung die Marke von 50.000 kWp übersteigen.

Stadtradeln

Der Landkreis Kitzingen radelt – Kitzingen radelt mit

Das dritte Kitzinger Stadtradeln findet in Kooperation mit dem Landkreis Kitzingen statt. Vom 27.06.2025 bis zum 17.07.2025 wird hierbei geradelt. Nach einer Woche liegen wir bei knapp 150 aktiven Radelnden und über 10.000 km gefahrenen Kilometer. Es könnte somit ein neuer Rekord an gefahrenen Kilometern aufgestellt werden. Die Siegerehrung findet nach den Sommerferien statt.

Das erste Kitzinger Stadtradeln fand vom 23.06.2023 bis zum 13.07.2023 statt. Knapp 180 Personen haben hierbei mitgemacht. Neben dem Tracking innerhalb des dreiwöchigen Zeitraums sind auch Fahrten von Personen aufgenommen worden, die bei einem anderen Stadtradeln (z.B. Dettelbach, Volkach, Würzburg) mitgemacht haben und durch das Kitzinger Stadtgebiet gefahren sind. Insgesamt liegen für das Stadtgebiet Kitzingen 34.808 km aufgezeichnete Strecke in 5138 Fahrten durch 444 Personen vor.

Das zweite Kitzinger Stadtradeln fand vom 24.06.2024 bis 14.07.2024 statt. Im Gegensatz zum ersten Stadtradeln wurde dieses weniger beworben und startete ohne eine Auftaktveranstaltung. Knapp 140 Personen haben hierbei mitgemacht. Es wurden 346 Personen erfasst bei einer aufgezeichneten Strecke von 22.775 km. Das zweite Stadtradeln war immer wieder von Regenreichen Tagen unterbrochen, was man direkt an der Zahl der gefahrenen Kilometer an den Regentagen gemerkt hat.

 

Jahr

Anzahl aufgezeichneter Fahrten

Aufgezeichnete Strecke in [km]

Anzahl erfasster Personen

2024

2545

22775

346

2023

5138

34808

444

 

Was passiert mit den Daten?

Diese beiden Datensätze wurden ausgewertet. Zur Auswertung der Daten wurden die gefahrenen Personen auf den Einzelstrecken, die Geschwindigkeit, die Wartezeiten, die Uhrzeit und der Wochentag angesehen.  Diese fließen in die weitere Radwegeplanung (wie z.B. in den geplanten Radweg nach Kaltensondheim ein). Anhand der Daten können wir die Dringlichkeit eines eigenen Radwegs nach Kaltensondheim deutlich aufzeigen, weil dies die Zahlen der gefahrenen Kilometer zu diesem Ort im Vergleich mit den anderen Ortschaften aussagen. Es werden somit belastbare Grundlagen für die weitere Planung geschaffen. Gerade dort wo in den nächsten Jahren große bauliche Veränderungen (Kaiserstraße, Bahnhof usw.) anstehen, können wir anhand der Radfahrströme die günstigste Wegführung ausmachen. Ein weiteres Ziel ist es, mit Hilfe der zurückgelegten Strecken die Schulen in der Stadt verkehrssicherer zu machen. Diese Daten werden demnach vor allem proaktiv in den nächsten Jahren immer wieder hergenommen und verwendet werden, wenn sich etwas am Radfahrnetz ändert.

Wir danken allen teilnehmenden Personen für ihr großes Engagement.

Hintergrund

Kitzingen liegt mitten in der bayerischen Klimaregion Main. Diese Region ist stärker als andere Bundesländer und Regionen vom Klimawandel betroffen. Von 1951 bis 2019 ist die Jahresmitteltemperatur im Schnitt um 1,8 °C gestiegen. Hierbei sind vor allem die Sommertemperaturen hervorzuheben, die sich im Schnitt sogar um 2,4 °C vergrößert haben. Es wurde ebenso ein deutlicher Anstieg von Hitzetagen (Tage mit einer maximalen Temperatur von mehr als 30 °C) und von Tropennächten (Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt) erfasst. Die letzten Jahre waren sogar wärmer als die Durchschnittswerte und als auch die prognostizierten Werte. Ohne Maßnahmen zum Klimaschutz wird in den nächsten 60 Jahren eine weitere deutliche Steigerung der Temperaturen verzeichnet werden.

Aufgrund der dichten Bebauung in Kitzingen (gerade in der Altstadt) wirkt die lokale Hitzebelastung noch größer. Viele versiegelte Flächen und Gebäude, kaum Begrünung innerhalb der Stadt und dunkle Asphaltflächen führen zu sogenannten Wärmeinseln mit der Folge, dass es in der Stadt deutlich wärmer als im Umland ist.

Das Pariser Klimaabkommen wurde im Dezember 2015 auf der internationalen Klimakonferenz in Paris beschlossen. Es enthält Ziele und Maßnahmen, um die Ursachen des Klimawandels global einzudämmen. Dabei sollen die Emissionen von Treibhausgasen so reduziert werden, dass die Erderwärmung auf maximal zwei, idealerweise 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit beschränkt wird. Es ist die erste völkerrechtlich bindende Klimaschutzvereinbarung auf globaler Ebene mit inzwischen insgesamt 197 Vertragsparteien.

Mit dem novellierten Bundes-Klimaschutzgesetz hat die Bundesregierung sich das Ziel gesteckt, die deutschen THG-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 65% gegenüber dem Jahr 1990 zu senken. Bis 2040 müssen die THG-Emissionen um 88% gemindert und bis 2045 THG-neutralität verbindlich erreicht werden.

 Quelle: Bayerisches Landesamt für Umwelt